Barcamps

Das Format des Barcamps kann auch als Unkonferenz verstanden werden. Es gibt keinen festen Ablaufplan und keine vorbereiteten Inhalte. Die Teilnehmenden des Barcamps entscheiden vor Ort, über welche Themen sie sprechen wollen. In diesen sogenannten Sessions kann sich jede*r einbringen, unabhängig von Wissensstand, Alter oder Herkunft.

Gerade Jugendliche können in einem Barcamp wichtige Selbstwirksamkeitserfahrungen sammeln und ihre Themen zur Sprache bringen. „Vorsicht, Demokratie!“ veranstaltet in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Thüringens Barcamps, um Jugendlichen eine Möglichkeit zu geben über ihre jugendpolitischen Bedürfnisse zu sprechen.


06.11.2021 / Jena. „Jugend & Journalismus“

Das Barcamp in Jena fand in Kooperation mit der Get !t Jugend-App und dem Radio OKJ Jena statt. Deswegen konzentrierte sich das Barcamp auch auf das Thema „Jugend und Journalismus“. Im Jugendzentrum Eastside kamen interessierte Jugendliche zusammen, die in zwei Sessions ihre Interessen rund um den Journalismus diskutierten.
 
Die erste Session beschäftigte sich mit dem großen Bereich der Influencer*innen und Social Media. Die Jugendlichen diskutierten viel über die Authentizität der Medienstars und wie diese mit Werbung auf ihrem Account umgehen. Besonders wichtig war den Teilnehmenden, dass die Influencer*innen ihrem, zum Teil jungen, Publikum gegenüber Verantwortung tragen. Dieser scheinen sich die Stars jedoch nicht immer bewusst zu sein, wenn für zuckerhaltige Energydrinks oder überteuerte Designerklamotten geworben wird.
 
In einer weiteren Session wurde das Thema der Jugendbeteiligung im Journalismus behandelt. Die Jugendlichen kritisierten, dass sie nur begrenzte Möglichkeiten haben sich und ihre Themen in den journalistischen Diskurs (in Jena) einzubringen. Das sehen sie auch darin begründet, dass viele Schülerzeitungen aus Kapazitätsgründen eingestellt wurden. Die Idee einer schulübergreifenden Redaktion wurde von den Teilnehmenden in den Raum gestellt und positiv aufgenommen. So könnten interessierte Jugendliche journalistisch arbeiten, ohne sich an die Rahmenbedingungen einer Schulredaktion zu binden. Die Get !t Jugend-App oder die Jugendredaktion des Radio OKJ stellen hierfür zwei bestehende Möglichkeiten der Beteiligung dar. Zum Schluss des Barcamps wurden von den Jugendlichen noch Themen gesammelt, die in einer journalistischen Redaktion behandelt werden könnten bzw. die sie für interessant erachten.
 
Abschließend wurden direkt Kontakte ausgetauscht und Termine für die nächsten Redaktionssitzungen der Jugend-App und der OKJ Redaktion weitergegeben. Die ersten Ideen für Beiträge haben die Jugendlichen während der Veranstaltung bereits gesammelt. Wir sind gespannt, wann die ersten Artikel zu lesen und zu hören sein werden!

09.10.2021 / Ellrich/Nordhausen. "Youth Talk"

Das Barcamp in Ellrich fand in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendparlament Nordhausen innerhalb der Veranstaltungsreihe „Youth Talk“ statt und sollte ebenso wie das Barcamp in Ilmenau als Stimmungstest nach der Wahl dienen. 20 Jugendliche diskutierten angeregt über Mobbing an der Schule, das lokale Jugendzentrum, Nachhaltigkeitsthemen, sexuelle Orientierung sowie zu mehr Akzeptanz gegenüber Einsatzkräften.

Die Jugendlichen nutzten die Möglichkeiten zur Diskussion aktiv und beschäftigten sich in verschiedenen Sessions mit unterschiedlichen Themen. Aufgefallen ist, dass Themen wie Mobbing im Klassenverband und LGBTQIA+- viele Überschneidungen mit sich bringen. Fehlendes Wissen und eine geringe Sensibilität für seine Mitmenschen befeuern unsoziales Verhalten. Die Jugendlichen äußerten jedoch deutlich, dass es mit einem Projekttag im Unterricht nicht getan sei. Sie wünschen sich hier eine nachhaltige Aufarbeitung und Auseinandersetzung.

Die Session zum Thema Umweltschutz diskutierte verschiedene Möglichkeiten, um selbst aktiv etwas gegen den Klimawandel zu tun. Dabei konzentrierten sie sich auf alltägliche Dinge, die leicht umzusetzen sind: Essen nicht wegwerfen, weniger Papier verwenden, Wiederverwendung von Arbeitsmaterialien.

Auch über das lokale Jugendzentrum wurde angeregt diskutiert; hier wünschen sich die Jugendlichen mehr finanzielle Möglichkeiten, durch die ein breites Angebot ermöglicht werden kann. Sie fordern mehr Mitbestimmung bei der Auswahl der Angebote.


07.10.2021 / Ilmenau

Das Barcamp in Ilmenau wurde in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendrat Ilmkreis durchgeführt und sollte nach der Wahl als Stimmungstest für die Jugendlichen dienen. Leider fanden nur wenige Jugendliche den Weg ins Schülerfreizeitzentrum Ilmenau. Nichtsdestotrotz entstand ein angeregter Austausch über die Themen „Demokratie greifbarer machen“ und „Wie konnte Rechtsextremismus wieder gesellschaftsfähig werden?“.

Der Bedarf, Demokratie gerade für junge Menschen greifbarer zu machen, wurde von den Teilnehmenden besonders in der Schule gesehen. Der Sozialkundeunterricht vermittelt lediglich Institutionenkunde, ein breiterer Politikbegriff wäre hier wichtig! Auch fehlt es an Transparenz über politische Beteiligungsmöglichkeiten oder Anlaufstellen; die Jugendparlamente und ihre Arbeit sind für viele Gleichaltrige unbekannt. Die Gruppe war sich einig: Demokratische Grundprinzipien müssten aktiv erlernt und gelebt werden, damit Demokratie nachhaltig gesichert werden kann.

Die zweite Session beschäftigte sich mit dem Problem des Rechtsextremismus und wie dieser wieder gesellschaftsfähig werden konnte. Auch hier sah die Gruppe ein Problem in fehlender Bildungsarbeit an Schulen bzw. die fehlende Sensibilität für das Thema. Außerdem existiert nach wie vor ein Ost-West-Denken in den Köpfen vieler Menschen, was das Gefühl des Abgehängtseins verstärkt. Diese Punkte führen der Gruppe nach dazu, dass rechtsextremes und ausländerfeindliches Gedankengut sich reproduzieren.


13.09.2021 / Gera. "Gera, gönn dir!"

Gemeinsam mit der Häselburg veranstaltete das Projekt ein Barcamp für die Jugendlichen aus Gera. Der Jugendrat Gera und eine Gruppe engagierter Jugendlicher nutzte die Gelegenheit, um über ihre Wünsche und Anregungen für ihre Stadt zu diskutieren. Aber auch gesamtgesellschaftliche Themen wurden besprochen. 

Besonders gefreut hat es uns, dass MdL Elisabeth Kaiser (SPD) das Barcamp mit einem Grußwort eröffnete. Ihr Apell, sich für die eigenen Interessen und Bedürfnisse stark zu machen, wurde von den Jugendlichen direkt in die Tat umgesetzt. Der erste Sessionslot behandelte die Themen Abschiebungen von migrantischen Straftäter*innen sowie die Standortsuche für das neue Freibad in Gera. Als idealer Standort wurde von den Jugendlichen der alte Güterbahnhof identifiziert; nun gilt es diese Idee mit der Stadtverwaltung abzustimmen.
 
Aufgrund des großen Interesses am Thema „Verbesserung des Nachtlebens in Gera“ nahmen alle Jugendlichen an dieser Session teil. Es wurde angeregt diskutiert, welche Interessen Geraer Jugendliche haben, aber auch kritisch reflektiert, ob aufgrund der Demographie genügend Jugendliche in Gera solche Angebote wahrnehmen würden. Am Ende kristallisierte sich der Wunsch nach einem Freiraum heraus, an dem die Jugendlichen unterschiedliche Aktionen und Veranstaltungen selbstbestimmt ausprobieren können. Die Häselburg wurde von den Teilnehmenden als passender und ansprechender Ort diskutiert. 
Sicherlich kann die anstehende Vertiefungsveranstaltung die gesammelten Bedarfe und Ideen näher konkretisieren und den Jugendlichen dabei behilflich sein, sich in ihrer Stadt weiter einzubringen!

07.09.2021 / Rodeberg. "Mittendrin statt nur dabei"

Unter dem Motto „Mittendrin statt nur dabei“ kamen wir am 7.9. mit einer 7. Klasse in der Gemeinschaftsschule Rodeberg zusammen. Das Barcamp kam infolge einer Kooperation des Grünen Labors der Klassikstiftung Weimar mit der TGS Rodeberg zustande.

5 Themen wurden von den Schülerinnen und Schülern vorgeschlagen, diskutiert und  moderiert:
Eine Gruppe wollte den Schulhof und den Schulgarten umgestalten, hat Ideen gesammelt, mit dem Hausmeister besprochen und diese dann vorgestellt. Sogleich wurde dazu eine AG gegründet und eine Whatsapp-Gruppe eingerichtet. Diese AG hat eine umsetzende Mission und wird auch nach dem Barcamp weiter partizipativ aktiv bleiben.
Eine weitere Gruppe befasste sich mit der Maskenpflicht, durch die sich viele Schüler*innen unwohl im Schulbetrieb fühlen. Eine dritte Gruppe möchte gerne den Schulsport revolutionieren und das Angebot an Sportgeräten erweitern. Insbesondere Mädchen fühlten sich bei Ballsportarten nicht mitgenommen und wollten sich von Ballspielen befreien lassen.
Einige Schüler*innen fühlen sich zunehmend von anderen Schüler*innen gemobbt, sodass auch dies ein Sessionthema wurde.  Dies wurde in der Gruppe selbstreflektierend diskutiert und gleichzeitig nach Abhilfen gesucht.
Eine kleine Gruppe befasste sich mit Mobilitätsspielen im Kontrast zum „Zocken“. 
 
Insbesondere der Handlungsbedarf am Schulhof und Schulgarten sowie das Problem des Mobbings bedarf weiterer Vertiefung und Verabredung von Abhilfen. Auch uns ist dies aufgefallen, obgleich dies ein gruppendynamisch lösbares Problem darstellt, weil die Klasse mitunter reflektiert argumentierte. Die Schulsprecherwahl hatte gerade im Vorfeld des Barcamps stattgefunden. Diese Gelegenheit nutzten wir, um die Klasse dafür zu sensibilisieren, wie sie über Klassen- und Schulsprecher ihre demokratischen Rechte wahrnehmen können und wie Meinungen gesammelt, gebündelt und an ausführende Stellen weiter kommuniziert werden können. Das war für alle ein großes „Aha“. Dass in den Köpfen während des Barcamps  etwas passiert ist, zeigte sich auch daran, dass alle beim Abschied fragten, wann wir von der LKJ „wieder kämen“.

07.08.2021 / Altenburg. "FACK ... Jugend macht Zukunft!"

Gemeinsam mit dem FACK e.V. und einer Gruppe motivierter Jugendliche haben wir in drei Sessions sechs unterschiedliche Themen diskutiert. Dabei ging es sowohl um die Kulturszene im Altenburger Land als auch um die Weltoffenheit der Altenburger*innen. Besonders angeregt diskutiert wurde die Session zu Sicherheit (besonders für Mädchen und Frauen). Hier entstand die Idee in einem Workshop wichtige Selbstverteidigungs-Tools zu erlernen, so dass sich frau nicht mehr handlungsunfähig fühlt. Genauso wichtig fanden die Sessionteilnehmenden aber auch eine Gesprächsrunde mit Frauen und Männern, um über Themen wie Catcalling und Sicherheitsgefühle zu sprechen und einander dafür zu sensibilisieren.

Die konkrete Idee eine Fridays for Future Gruppe für das Altenburger Land zu gründen entstand in der Session zum Thema Nachhaltigkeit/Umweltschutz. Die Jugendlichen sammelten bereits viele Ideen, wie sie ihre Stadt umweltfreundlicher und nachhaltiger gestalten können: von der Einführung eines Pfand-Systems für Kaffeebecher bis hin zu größeren Mülleimern im gesamten Stadtgebiet. 

Die Jugendlichen haben das Barcamp genutzt, um ihre Ideen und Wünsche für das zukünftige Altenburger Land zu konkretisieren. Diese Ideen jetzt gemeinsam anzugehen ist eine Aufgabe, an die wir uns gemeinsam mit FACK e.V. und den Jugendlichen machen werden! 

20.07.2021 / Wartburgkreis. „Zeit für ein Upgrade!“

Das Barcamp wurde gemeinsam mit dem Regionalverband der Johanniter Westthüringen, dem Jugendforum Wartburgkreis sowie der Partnerschaft für Demokratie des Wartburgkreises organisiert.

In der Sessionplanung kristallisierten sich zwei Themen heraus, die die Jugendlichen diskutieren wollten: Umgang mit der LGBTQ-Community und fehlende Freizeitflächen.

In der Session zum Themenfeld der LGBTQ-Community wurde zu Beginn über die Frage gesprochen, wieso es überhaupt Menschen gibt, die sich gegen diese Bewegung stellen. Die Teilnehmenden berichteten, dass sie in ihrem persönlichen Umfeld spüren, dass sie immer mehr Zuspruch gewinnen und auch in der Schule bereits aktive Gegenrede gegen Beleidigungen und Anfeindungen von Mitschüler*innen bemerken. Nichtsdestotrotz wünschen sie sich bundesweit aber auch in der eigenen Region mehr Information und Initiativen, um die queere Community zu unterstützen. Jugendclubs und Einrichtungen der Jugendhilfe müssen hier aktiver werden.

Die zweite Session diskutierte die fehlenden Freizeitflächen vor Ort. Die Jugendlichen wünschen sich einen überdachten Treffpunkt, an dem sie ungestört von Erwachsenen ihre Zeit verbringen können. Außerdem sollte die Fläche Platz für sportliche Aktivitäten, wie Inliner fahren oder Basketball, bieten. Zusätzlich sammelten die Jugendlichen Ideen, wie sie so einen Treffpunkt selbständig verwalten könnten.


17.07.2021 / Suhl. „Jugendbeteiligung – Mittendrin statt nur dabei!“

Das Barcamp fand im Rahmen des AERO Suhl gemeinsam mit der Jugendbeteiligungsstruktur „Jugend verändert Suhl“ statt. Nach der Sessionplanung waren vier Themen gesetzt: fehlende überdachte Treffpunkte, Freizeitangebote, jugendliches Mitspracherecht bei Neubauten sowie schlechtes Internet.

In der ersten Session äußerten die Jugendlichen, dass es an zentralen und überdachten Treffpunkten fehlt. Sie wünschen sich daher Pavillons oder weitere überdachte Sitzgelegenheiten für den Stadtpark. Dort könnten sie wetterunabhängig ihre Freizeit verbringen. Parallel dazu wurden fehlende kostenlose Freizeitangebote diskutiert. Die Jugendlichen waren sich einig, dass es an kostenlosen Sportangeboten mangelt. Tore, Basketballkörbe, Trampoline, Volleyballnetze sollten frei zugänglich sein oder Drehkreuze haben, die maximal 1€ kosten. Auch die Lasertag-Arena ist mit 7€ Eintritt nicht taschengeld-freundlich. Zum Schluss kam der Wunsch auf, dass es in Zukunft mehr Discos oder Tanzveranstaltungen für Jugendliche geben sollte. Zum Teil bietet die Jugendschmiede Suhl solche Events schon an, aber weitere Alternativen wären wünschenswert.

Nach einer Pause ging es in die zweite Sessionrunde. Die eine Gruppe kritisierte, dass viele Bauprojekte in Suhl ohne Jugendbeteiligung umgesetzt würden. Gerade bei der Neugestaltung von Freiflächen und Freizeitanlagen wünschen sie sich mehr Mitsprache. Um dieses Problem zu lösen, kam die Idee einer Jugend-App auf. So könnten regelmäßig Umfragen zu bevorstehenden Bauprojekten mit Jugendlichen geteilt werden.

Die letzte Gruppe thematisierte das schlechte Internet sowie die fehlenden technischen Kompetenzen der Suhler Schulen. Langsames Internet und nur wenig freies WLAN stört die Jugendlichen. Flächendeckendes Glasfasernetz wäre eine Idee. Außerdem kritisierten die Jugendlichen, dass die Lehrkräfte nicht mit den Geräten umgehen können und es an Ausstattung mangelt. Besonders Schüler*innen, die keinen eigenen Geräte besitzen, sollten von der Schule welche gestellt bekommen.


15.07.2021 / Eisenach: „Du hast die Wahl!“

Das Barcamp „Du hast die Wahl!“ fand in Kooperation mit dem Stadtjugendring Eisenach, der Naturfreunde Jugend und dem Kreissport Bund statt.

Die ersten beiden Sessionthemen beschäftigten sich mit mehr Gendergerechtigkeit im Alltag und zusätzlichen Trinkoptionen für Jugendliche in Eisenach. Die Session zum Thema Gendern im Alltag diskutierte die Frage, ob Gendern notwendig ist oder nicht. Ein Teil der Teilnehmenden meinten, dass viele Leute genervt von dieser Diskussion sind und nicht Gendern wollen. Anschließend wird erklärt, dass das Gendern jedoch dazu genutzt werden soll, um die unterschiedlichen Identitäten, die in der Gesellschaft existieren, auch sprachlich zu repräsentieren.

Die parallel laufende Session beschäftigte sich mit der Überlegung, wo das Anbringen von Trinkständern in der Stadt eine Option wäre. Außerdem diskutierten sie die Frage der Sicherheit: Wer haftet für Schäden oder Vandalismus?! Als Lösungsvorschlag wurde eine Kamera vorgeschlagen. Die Teilnehmenden waren sich jedoch uneinig, ob eine Kameraüberwachung legal und umsetzbar sei.

Nach einer kurzen Pause ging es in die zweite Sessionrunde. Die Themen waren „Queere Jugendgruppe Eisenach“ und „Verbesserungsmöglichkeiten Oststadt Eisenach“.

Ein Teilnehmender berichtete davon, dass er eine queere Jugendgruppe in Eisenach gründen möchte, da es so ein Angebot noch nicht gibt. Die Teilnehmenden dieser Session nutzten den Raum, um offene Fragen zu klären. So wurde besprochen für was LGBTQIA+- genau steht (L esbian, G ay, B isexuell, Q eer, I ntersexuell, A sexuell) und die Bedeutung und Relevanz von Pronomen von den Jugendlichen diskutiert. Außerdem wurde der Wunsch geäußert, dass es in der Region Eisenach mehr Anlaufstellen und Orte für die LGBTQ-Community geben sollte.

Die zweite Gruppe beschäftigte sich mit Möglichkeiten den Problemstadtteil „Oststadt“ zu verschönern. Drogen und Alkohol sowie viel Müll tragen zum schlechten Ruf der Region bei. Die Jugendlichen äußerten außerdem Unmut über die vielen Baustellen und die fehlenden Grünflächen. Die Gruppe machte den Vorschlag, dass die Wege mit Blumen bepflanzt werden könnten, um einen Anreiz zu schaffen, die Umgebung schön und sauber zu halten. Trotz der vielschichtigen Probleme sehen sie Potenzial in der Oststadt. Durch die Renovierung der leerstehenden Häuser könnten neue Räume für junge Menschen geschaffen werden und somit die jugendliche Subkultur einen Platz finden. Dennoch sind sich die Jugendlichen der Frage bewusst, wer die Verantwortung und die Wartung für diese Räume übernimmt.


14.06.2021, FSJ-Special. "FSJ – was bleibt?"

Das zweite Barcamp war eine besondere Veranstaltung, da es explizit für Freiwilligendienstleistende des FSJ Kultur und Politik in Thüringen ausgelegt war. Das diesjährige FSJ-Jahr neigt sich dem Ende zu, weswegen das Barcamp als Möglichkeit genutzt werden konnte das vergangene Jahr zu reflektieren, aber auch Ideen für die Zukunft zu finden.

Zu Beginn der Veranstaltung gab es einen kurzen Impulsvortrag des Projekts „DCM – Don’t Catcall me!“. Das Projekt ist im Rahmen des FSJ-Jahres von zwei Freiwilligen gestartet worden und soll auch über das FSJ-Jahr hinaus Bestand haben. Durch den anregenden Input beschäftigte sich die erste Session mit dem Thema: Eigenständige Projekte – warum nicht?

Die Teilnehmerinnen waren sich einig, dass die Möglichkeit ein eigenständiges Projekt im Rahmen des Einsatzjahres zu verwirklichen eine tolle Gelegenheit bietet, sich kreativ auszuprobieren. Sie kritisierten jedoch, dass die Fördermöglichkeiten nur sehr intransparent und kompliziert kommuniziert worden sind. Hier würden sie sich für zukünftige Jahrgänge mehr Unterstützung wünschen. Außerdem brachten sie den Vorschlag ein, ihre Projekte als Beispiele für den nächsten Jahrgang vorzustellen.

Die zweite und dritte Session beschäftigte sich mit einer kleinen Reflexion des vergangenen Jahres und einem gemeinsamen Brainstorming, wie der Kontakt und die Projekte auch über das FSJ hinaus Bestand haben können. Die Teilnehmerinnen waren sich einig, dass sie durch die Erfahrungen in ihren Einsatzstellen viel für ihre Zukunft gelernt haben und dass der Übergang in die Ausbildung/das Studium ihnen nun leichter fallen wird. Außerdem haben sie den Wunsch geäußert eine Art Alumni-Netzwerk aufzubauen, das zukünftigen FSJ-Jahrgängen mit Rat und Tat zur Seite stehen könnte.

 


29.05.2021 / Gotha. "Hat Jugend noch Bock auf Kultur?"

Unsere erste Veranstaltung, gemeinsam mit der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, hat Jugendlichen aus dem Landkreis Gotha einen Raum gegeben, um sich über ihre kulturellen Interessen auszutauschen und ihre Mitbestimmung in kulturellen Fragen zu diskutieren.

Aufgrund der überschaubaren Gruppengröße und allgemeinen Interesses fand eine große Session zum Thema "Mitbestimmung von Jugendlichen (in Museen)" statt. Die Jugendlichen merkten an, dass sie von Seiten der Stadt bereits abweisende Einstellungen gegenüber ihren Interessen vernommen haben und sich deswegen nicht richtig vertreten fühlen. Das Kinder- und Jugendforum Gotha genießt ihrer Meinung nach nur wenig Aufmerksamkeit bei den Jugendlichen und stellt somit kein sinnvolles Beteiligungsformat dar. Auch in den Ausstellungen des Museums spiegelt sich das fehlende Interesse an den Ideen der Jugend wider. Interaktive Teile, Feedback-Möglichkeiten oder Einfluss auf die Themenwahl der Ausstellungen vermissen alle Teilnehmenden. Sie äußerten Interesse daran, diesen Missstand zukünftig anzugehen.